Grüner Gockel auf dem Prüfstand

„…es war ein schöner Tag mit Ihnen und ich bin sehr beeindruckt von Ihrer Arbeit. Grüne Gockel Gemeinden sind so individuell und  auf ihre  eigene Weise sehr erfreulich. Vielen Dank für den Auftrag und den Einblick in Ihre Gemeinde. Ihre Johanna Moltmann-Hermann“

Diese Mitteilung erreichte uns kurz nach erfolgreicher Rezertifizierung des „Grünen Gockels“ in der Friedenskirche. Am 23.Juni 2012 begutachtete die Umweltrevisorin Frau Moltmann-Hermann, wie systematisch und wie konsequent  umweltgerechtes Handeln in der Gemeinde eingeführt und gelebt wird. Auf der Basis der Datensammlungen (Wasser, Strom, Wärme, Haushalt, Müll…) und des Umweltberichts (auf der Homepage veröffentlicht) wurde ein Gespräch mit dem Umweltteam und der Pastorin Dagmar Köhring geführt. Dabei wurden die Glaubwürdigkeit und die Verlässlichkeit unserer Angaben überprüft. Ein Rundgang durch das Gebäude rundete den Besuch ab. Mit ihrer Unterschrift bestätigte Frau Moltmann-Hermann der Gemeinde, dass umweltgerechtes Handeln im Gemeindeleben systematisch verankert ist und auch gelebt wird.

Für diese positive Bewertung waren im Wesentlichen vier Faktoren verantwortlich:

  1. Das Umweltprogramm von 2009 wurde weitgehend umgesetzt und die Zielsetzungen zum Teil deutlich übertroffen – der CO2-Ausstoss wurde im Zeitraum 2008 bis 2011 um ca. 40% gesenkt.
  2. Die realistischen Zielsetzungen für die nächsten vier Jahre, die gemeinsam in einem Themenforum erarbeitet wurden (siehe Umweltbericht).
  3. Das Engagement der Gemeinde für einen schöpfungsverantwortlichen Lebensstil wurde durch Gottesdienste, Themenforen und Informationen im Gemeindebrief untermauert.
  4. Die Gemeinde versteht Schöpfungsbewahrung nicht nur als „technischen Umweltschutz“ sondern vor allem als eine Konsequenz ihres Glaubens und damit als geistlichen Auftrag.

Diesen Auftrag haben wir als Gemeinde bereits im November 2008 in den Schöpfungsleitlinien formuliert.
Mit der Validierung unseres Prozesses wurde die Gemeinde bestärkt, den Weg zur Bewahrung von Gottes guter Schöpfung weiterzugehen. Auch weiterhin aufmerksam achtsam und schonend mit den von Gott anvertrauten Gütern umzugehen und damit den jetzt und zukünftig lebenden Menschen, Tieren und Pflanzen ihre Lebensgrundlage zu erhalten.

V. Schulz

Der Grüne Gockel in Sillenbuch

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz 2005 empfahl und ermöglichte ihren Bezirken, Einrichtungen und Werken, eine Umweltzertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem der Evangelischen Landeskirche Württemberg („Grüner Gockel“) durchzuführen.

Als eine der ersten Gemeinden beteiligte sich die EmK Sillenbuch an diesem Projekt.

An der Süddeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche 2009 erhielt die Gemeinde das Prädikat „Grüner Gockel“ und das emas-Zertifikat der Europäischen Union.

Grundlage und Ergebnis war die Formulierung einer Umwelterklärung. Darin finden sich unter anderem…

Unsere Schöpfungsleitlinien

Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. (Johannes 14,19)

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Gemeinsam wollen wir uns für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen.

Deshalb verpflichten wir uns dazu, mit der Welt als Schöpfung Gottes und den darin lebenden Menschen und aller Kreatur im Geiste Gottes umzugehen und ihnen mit Gottes Liebe zu begegnen.

  1. Bewahrung der Schöpfung …
    Zu unserer Verantwortung gehört es, uns für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen. Bei unseren Entscheidungen und unserem Handeln, fördern wir nachhaltiges Wirtschaften und gehen mit Energie und Rohstoffen sparsam und schonend um.
  2. und Liebe zum Nächsten.
    Darin begründet sich unsere Solidarität mit allen Menschen – hier und weltweit. Gottes Liebe gilt auch den Menschen nachfolgender Generationen. Deshalb bevorzugen wir fair gehandelte Güter, um auch in den armen Ländern eine nachhaltige Produktion und eine menschenwürdige Lebensweise zu ermöglichen. Beim Einkauf achten wir auf regionale und saisonale Produkte.
  3. Im Geist Gottes …
    In unserer komplexen, vielschichtigen Welt voller Abhängigkeiten stoßen wir in unserem Handeln immer wieder an Grenzen. Doch wir hoffen dabei auf die Führung, Befähigung und Ermutigung durch Gottes Geist. Deshalb ist es gut, im Austausch miteinander Ideen zu entwickeln und Wege zu finden, die praktikabel sind. Es ist uns ein Anliegen, vor allem auch die Mitarbeiter der Gemeindegruppen in Umweltbelangen zu informieren. Wir wollen sie zum Mitmachen anregen und diese Gedanken in alle kirchlichen Gruppen tragen.
  4. verantwortlich leben!
    Wir richten unser Leben nach den ethischen Grundsätzen aus, die sich aus der Heiligen Schrift und dem Leben Jesu ergeben und verpfl ichten uns zur Einhaltung der relevanten Umweltgesetze. Wir erfassen und bewerten regelmäßig unsere Verbrauchsgüter mit dem Ziel, eine stetige Verbesserung zu erreichen. Unser Handeln soll Vorbild für andere sein. Daher informieren wir die Öffentlichkeit über unser Tun und hoffen darauf, dass dies Kreise zieht.

Gemeindeforum der Friedenskirche Sillenbuch, 14. Oktober 2008
Beschluss vom Mitarbeiterforum 24. November 2008